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Լեռնային Ղարաբաղի Հանրապետություն
Republik Bergkarabach

Die Republik Bergkarabach (armenisch
Լեռնային Ղարաբաղի Հանրապետություն,
Lernayin Gharabaghi Hanrapetut’yun) ist ein Staat in
Bergkarabach, der von der internationalen Gemeinschaft nicht
anerkannt wird. Die UNO betrachtet das Gebiet Bergkarabach als
integralen Bestandteil
Aserbaidschans. Es handelt sich daher bei der Republik
Bergkarabach um ein
stabilisiertes De-Facto-Regime. Die Unabhängigkeit wurde am 2.
September 1991 erklärt. Die Republik ist ein Produkt des
Bergkarabach-Konflikts.
Geographische Lage
Das Gebiet Bergkarabach liegt im Südwesten von Aserbaidschan und
ist umgeben von den sieben großen aserbaidschanischen Bezirken, die
sich heutzutage ebenfalls unter der armenischen Okkupation befinden.
Seit dem Waffenstillstand vom Mai 1994 grenzt die nicht anerkannte
Republik Bergkarabach durch die anderen sieben okkupierten Bezirken
außerhalb von Bergkarabach im Süden an den
Iran und
im Westen an
Armenien (siehe die Karte rechts).
Auswärtige Beziehungen
Um den Konflikt mit Aserbaidschan nicht zusätzlich anzuheizen,
hat
Armenien die Republik Bergkarabach bisher nicht offiziell
anerkannt, behält sich dies aber im Falle des Scheiterns der
Verhandlungen vor. Die Vereinigten Staaten erkennen die Republik
Bergkarabach nicht an, zahlen aber neben Armenien als einziger Staat
der Welt Entwicklungshilfe. So gewährten die USA z.B. einen Kredit
für die Wiederinstandsetzung der Bierbrauerei „Adana“. Für das Jahr
2006 haben die
USA der Republik Bergkarabach
Entwicklungshilfe in Höhe bis zu fünf Millionen Dollar
versprochen.
Verwaltungsgliederung
Die Republik Bergkarabach gliedert sich in folgende Provinzen:
Martuni, Hadrut, Schuschi,
Askeran, Mardakert und Schaumjan. Des weiteren gibt es noch die
Provinz Kaschatach, die aus den westlichen, an Armenien grenzenden
Gebieten besteht. Die Provinz Schaumjan ist größtenteils unter
Aserbaidschanischer Kontrolle.
Bevölkerung
Sprachen
Nachdem seit der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1991
Armenisch de facto die alleinige Amtssprache in der Republik
Bergkarabach war, ist sie dies seit Inkrafttreten der Verfassung der
Republik Bergkarabach im Dezember 2007 auch de jure. Die Verfassung
garantiert allerdings in Art. 15 den Gebrauch aller Sprachen, die in
der Bevölkerung verbreitet sind.
Wirtschaft

The recently opened branch of "ArtsakhBank" in Stepankert,
Nagorno-Karabakh. Photo taken by
Marshal Bagramyan.
Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft zusammen. Die Gründe
waren das Ende des Wirtschaftssystems der
UdSSR, weit schlimmer aber war der Krieg um Bergkarabach, in
dessen Verlauf weite Teile des Landes zerstört wurden. Seit dem
Abschluss des Waffenstillstandes 1994 wird die Wirtschaft in erster
Linie von drei Faktoren belastet.
- Die geschlossenen Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei
- Fehlende Entwicklungshilfe (nur von Armenien und in geringem
Ausmaß von den Vereinigten Staaten)
- Auch in Folge dessen wenig Investitionen von Firmen aus dem
Ausland
Bei dem Wiederaufbau des Landes spielt die armenische Diaspora
eine zentrale Rolle. Beispielsweise begann 1995 der Bau einer neuen
Fernstraße vom armenischen
Goris
nach
Stepanakert, wodurch sich die Reisezeit von knapp drei Stunden
auf 60 bis 80 Minuten verkürzte. 1999 wurde die Straße, die von
strategischer Bedeutung (wirtschaftlich und militärisch) ist,
fertiggestellt. Den größten Teil der Kosten (rund 10 Mio. US-Dollar)
übernahm die halbstaatliche
Allarmenische Stiftung, die weltweit um Spenden aus der Diaspora
geworben hatte. 1999 begann der Bau einer weiteren Fernstraße, die
von Norden nach Süden verläuft. Sie soll noch 2006 fertiggestellt
werden.
Seit 2000 ist ein bescheidener, aber spürbarer
Wirtschaftsaufschwung in Gang gekommen. Im Februar 2002 nahm die
libanesische Firma
Karabach Telekom den Betrieb auf. 2005 betrug das
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
nach offiziellen Angaben 51,4 Mrd.
Dram (rund 114 Mio. US-Dollar), fast doppelt so viel wie 2001.
Der wichtigste Sektor ist nach wie vor die Landwirtschaft, die 2005
rund 40 % des BIP erwirtschaftete, womit sie im Vergleich zum
Vorjahr um 5,6 % wuchs. Gut 20 % steuerte die Bauindustrie bei, die
allerdings im Vergleich zum Vorjahr um rund 38 % wuchs. Doch trotz
dieses Baubooms ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor das größte
Problem. Der Außenhandel, der über Armenien als Zwischenstation
abgewickelt wird, legte 2005 um 15 % zu.[5]
In der ersten Hälfte des Jahres 2007 nahm die Republik Bergkarabach
nach Angaben des Statistikamtes ca. 16,67 Mio. $ an Steuereinnhamen
ein.[6]
Die Republik Bergkarabach befindet sich in einer Wirtschafts- und
Währungsunion mit Armenien. Der
armenische Dram ist gesetzliches Zahlungsmittel. Es gibt seit
2005 auch den
Karabach-Dram, der gegen den armenischen Dram in Verhältnis eins
zu eins getauscht werden kann. Allerdings befinden sich in
Bergkarabach selbst praktisch keine dieser Noten und Münzen im
Umlauf. Es scheint sich eher um eine Einnahmequelle des Staates zu
handeln, denn im Internet kann man Karabach-Dram-Noten und -Münzen
erstehen (Geld – und auch Briefmarken – aus nicht anerkannten
Staaten sind eine Seltenheit und sind daher unter Sammlern begehrt).
Tourismus
Verstärkt wird versucht, den Tourismus anzukurbeln. Im Jahr 2005
kamen ca. 4000 Touristen in die Republik Bergkarabach.[7].
Hervorzuheben ist das Projekt Janapar, welches sich um die
Erstellung eines Netzes von Wanderwegen kümmert.
Geschichte
Über die ältere Siedlungsgeschichte der Region liegen nur wenige
verlässliche Informationen vor. Nach armenischer Auffassung war
Bergkarabach mindestens seit dem Mittelalter mehrheitlich armenisch
besiedelt und dem christlich-armenischen Kulturkreis zugehörig. In
Folge der arabischen Besetzung im 8. Jahrhundert stand Karabach
unter der Kontrolle verschiedener vorwiegend islamischer Völker,
z. B.
Kurden,
Araber,
Lesgier,
Perser und ins
Niederkarabach zugewanderten
Turk-Stämmen. Spätestens Anfang des 19. Jahrhunderts stellten
die dem islamischen Kulturkreis zugehörigen Ethnien die
Bevölkerungsmehrheit in der Region.
Bis ins 18. Jahrhundert konnten sich lokale armenische
Fürstentümer halten, die als Vasallenherrscher der Khane von Gäncä
und
Karabach regierten. 1805 unterstellte sich der Khan von Karabach
dem
Russischen Reich. 1813 trat Persien im
Vertrag von Golestan Karabach und andere Khanate an Russland ab,
wobei Karabach Teil des Gouvernements
Elisawetpol wurde (siehe Karte). Nach dem
Russisch-Persischen Krieg von 1827/28 siedelten viele Armenier
aus dem persischen Herrschaftsgebiet nach Bergkarabach über. Die
meisten Armenier in Bergkarabach sind deshalb Abkömmlinge dieser
Zugewanderten, denn es gab damals weniger Armenier in Bergkarabach
als heute. Für das bessere Verständnis des Konflikts ist wichtig,
dass die Armenier sich mit dem nach Süden drängenden Russischen
Reich verbündeten, weil sie eine christliche Schutzmacht bzw.
Oberherrschaft wünschten, was Russland zupass kam, während sich die
Muslime von den Russen unterdrückt fühlten.
Bergkarabach ab 1917
Nach der Oktoberrevolution von 1917 erhoben sowohl
Armenien als auch Aserbaidschan Anspruch auf Bergkarabach. Das
„Zentralkomitee der Sowjetrussischen Kommunistischen Partei“
gliederte es im Juli 1921 als sog. Autonomes Gebiet der
Aserbaidschanischen SSR an (offiziell seit 1923). Lange blieb es
still um Bergkarabach, bis es in den 60er Jahren erneut zu
vereinzelten Unruhen kam. Die Armenier fühlten sich diskriminiert
und waren besorgt, weil ihr Anteil an der Bevölkerung in
Berg-Karabach langsam, aber stetig abnahm (1926: 93,5 % 1989: 77 %).
Von 1988 bis zum Ende der Sowjetunion
1988 eskalierte der Konflikt. Es gab Schießereien mit mehreren
hundert Toten und Massendemonstrationen in Armenien und
Aserbaidschan. Am 28. und 29. Februar kam es in der Stadt
Sumqayıt nördlich der aserbaidschanischen Hauptstadt
Baku zu
anti-armenischen
Pogromen, bei denen Dutzende Armenier ums Leben kamen. In der
Folge kam es zu beidseitigen Ausweisewellen der jeweiligen
Minderheit, die zu bewaffneten Auseinandersetzungen führten, die
auch Truppen der sowjetischen Armee der schon sehr schwachen
Zentralregierung in Moskau nicht zu beenden wussten.
Der Krieg um Bergkarabach von 1992 bis
1994
Der Konflikt, der anfangs noch mit Flinten ausgetragen wurde,
weitete sich zu einem modernen Krieg aus. Zu Beginn war die Lage
vollkommen chaotisch, weil die innenpolitische Situation in Armenien
und Aserbaidschan extrem instabil war. Außerdem kämpften aus der
sowjetischen Armee desertierte Russen, Ukrainer und andere als
Söldner mit auf beiden Seiten. Im Januar und Februar unterlag die
neu formierte aserbaidschanische Armee den zum Teil von regulären
russischen Truppen (unter anderem dem 366. russischen motorisierten
Schützenregiment) unterstützten paramilitärischen Einheiten der
Karabach-Armenier in Bergkarabach (siehe auch
Monte Melkonian). Am 8. Mai 1992 eroberten armenische Einheiten
Şuşa.
Aserbaidschan war sowohl in Bezug auf die Anzahl der Soldaten als
auch auf die technische Ausrüstung anfangs überlegen. Mit der
Unterstützung durch die Streitkräfte Armeniens wurden jedoch die
aserbaidschanischen Militäreinheiten hinter die heutige
Demarkationslinie zurückgedrängt, wobei 15,25 % des
aserbaidschanischen Territoriums besetzt wurden. Seit dem 12. Mai
1994 ruhen die Waffen. Beide Seiten nahmen im Verlauf des Krieges
ethnische Säuberungen vor, die bei weitem schlimmer waren als das
Pogrom von Sumgait. Es starben schätzungsweise 17.500 Armenier und
25.500 Aserbaidschaner, 700.000 bis 1.000.000 Aserbaidschaner und
300.000 Armenier wurden zu Flüchtlingen. Einer der traurigsten
Höhepunkte in der Auseinandersetzung war das
Massaker von Xocalı am 25. Februar 1992, bei dem angeblich in
nur wenigen Stunden über 600
aserbaidschanische Zivilisten von
armenischen Verbänden getötet wurden. Die armenische Seite
bestreitet dies. Überhaupt bestreiten beide Seiten, im Laufe des
Konfliktes ethnische Säuberungen begangen zu haben, was
internationale Beobachter allerdings weder in diesem konkreten Fall
noch im Allgemeinen für glaubwürdig halten.
Zur Zeit bildet die Republik Bergkarabach, die den Großteil des
ehemaligen Autonomen Gebietes Bergkarabach und westlich davon
liegende aserbaidschanische Bezirke umfasst, ein international nicht
anerkanntes
stabilisiertes De-Facto-Regime, in dem nach Vertreibungen
praktisch keine Aserbaidschaner mehr leben. Ein Anschluss an
Armenien wird mittelfristig erstrebt, stößt jedoch auf
internationaler Seite weitgehend auf Zurückhaltung oder auf
Ablehnung (vor allem der
Turkstaaten). Auch die Republik Armenien erkennt die
Unabhängigkeit Bergkarabachs offiziell (noch) nicht an, um die
Situation nicht weiter zu verschärfen. Sie führt
Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan. Sowohl der gegenwärtige
Staatspräsident Armeniens als auch der Ministerpräsident stammen aus
Karabach.
Besonderheiten und Gemeinsamkeiten mit
anderen Konflikten
Es ist erstens ein territorialer Konflikt, weil Ansprüche
auf ein Territorium erhoben werden, die eine andere Seite nicht
anerkennt. Zweitens ist es ein ethnischer Konflikt. Dennoch
handelt es sich nicht um einen klassischen ethno-territorialen
Konflikt, weil darin ein Staat und eine Ethnie jeweils eine
Einheit bildeten. Beim Konflikt um Bergkarabach bestehen
gleichzeitig territoriale Ansprüche von Staaten und von einer
Ethnie (die Karabach-Armenier/ -Aserbaidschaner). Dennoch bestehen
auch in dieser eingeschränkten Hinsicht Parallelen zu anderen
Konflikten im postsowjetischen Raum, beispielsweise die Konflikte in
Abchasien,
Südossetien
oder
Transnistrien.
Human rights

Internally displaced Azerbaijanis from Nagorno-Karabakh and the
adjacent regions.
The Nagorno Karabakh conflict has resulted in the displacement of
528,000 (this figure does not include new born children of these
IDPs) Azerbaijanis from Armenian occupied territories including
Nagorno Karabakh, and 220,000 Azeris, 18,000 Kurds and 3,500
Russians fled from Armenia to Azerbaijan from 1988 to 1989. The
Azerbaijani government has estimated that 63 percent of
internally displaced persons (IDPs) lived below the poverty line
as compared to 49% of the total population. About 154,000 lived in
the capital, Baku. According to the International Organization for
Migration, 40,000 IDPs lived in camps, 60,000 in underground dugout
shelters, and 20,000 in railway cars. Forty-thousand IDPs lived in
EU-funded settlements and UNHCR provided housing for another 40,000.
Another 5,000 IDPs lived in abandoned or rapidly deteriorating
schools. Others lived in trains, on roadsides in half-constructed
buildings, or in public buildings such as tourist and health
facilities. Tens of thousands lived in seven tent camps where poor
water supply and sanitation caused gastro-intestinal infections,
tuberculosis, and malaria.
280,000 persons—virtually all ethnic Armenians who fled Azerbaijan
during the 1988–1993 war over the disputed region of
Nagorno-Karabakh—were living in refugee-like circumstances in
Armenia.Some left the country, principally to Russia. Their children
born in Armenia acquire citizenship automatically. Their numbers are
thus subject to constant decline due to departure, and
de-registration required for naturalization. Of these, about 250,000
fled Azerbaijan-proper (areas outside Nagorno-Karabakh);
approximately 30,000 came from Nagorno-Karabakh. All were registered
with the government as refugees at year’s end.
Quellen
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