BERGKARABACH
Flagge der Republik Bergkarabach
Flagge


 

Weitere Infos
Informationen der Regierung der Republik Bergkarabach
Büro der Republik Bergkarabach in den Vereinigten Staaten von Amerika
Bergkarabachische Tageszeitung "Azat Artsakh"
Wikipedia Artikel
Bergkarabach

 

 

                                                                 
 

 
 

Լեռնային Ղարաբաղի Հանրապետություն

Republik Bergkarabach

Die Republik Bergkarabach (armenisch Լեռնային Ղարաբաղի Հանրապետություն, Lernayin Gharabaghi Hanrapetut’yun) ist ein Staat in Bergkarabach, der von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wird. Die UNO betrachtet das Gebiet Bergkarabach als integralen Bestandteil Aserbaidschans. Es handelt sich daher bei der Republik Bergkarabach um ein stabilisiertes De-Facto-Regime. Die Unabhängigkeit wurde am 2. September 1991 erklärt. Die Republik ist ein Produkt des Bergkarabach-Konflikts.

Geographische Lage

Das Gebiet Bergkarabach liegt im Südwesten von Aserbaidschan und ist umgeben von den sieben großen aserbaidschanischen Bezirken, die sich heutzutage ebenfalls unter der armenischen Okkupation befinden. Seit dem Waffenstillstand vom Mai 1994 grenzt die nicht anerkannte Republik Bergkarabach durch die anderen sieben okkupierten Bezirken außerhalb von Bergkarabach im Süden an den Iran und im Westen an Armenien (siehe die Karte rechts).

Auswärtige Beziehungen

Um den Konflikt mit Aserbaidschan nicht zusätzlich anzuheizen, hat Armenien die Republik Bergkarabach bisher nicht offiziell anerkannt, behält sich dies aber im Falle des Scheiterns der Verhandlungen vor. Die Vereinigten Staaten erkennen die Republik Bergkarabach nicht an, zahlen aber neben Armenien als einziger Staat der Welt Entwicklungshilfe. So gewährten die USA z.B. einen Kredit für die Wiederinstandsetzung der Bierbrauerei „Adana“. Für das Jahr 2006 haben die USA der Republik Bergkarabach Entwicklungshilfe in Höhe bis zu fünf Millionen Dollar versprochen.

Verwaltungsgliederung

Die Republik Bergkarabach gliedert sich in folgende Provinzen: Martuni, Hadrut, Schuschi, Askeran, Mardakert und Schaumjan. Des weiteren gibt es noch die Provinz Kaschatach, die aus den westlichen, an Armenien grenzenden Gebieten besteht. Die Provinz Schaumjan ist größtenteils unter Aserbaidschanischer Kontrolle.

Bevölkerung

Sprachen

Nachdem seit der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1991 Armenisch de facto die alleinige Amtssprache in der Republik Bergkarabach war, ist sie dies seit Inkrafttreten der Verfassung der Republik Bergkarabach im Dezember 2007 auch de jure. Die Verfassung garantiert allerdings in Art. 15 den Gebrauch aller Sprachen, die in der Bevölkerung verbreitet sind.

Wirtschaft


The recently opened branch of "ArtsakhBank" in Stepankert, Nagorno-Karabakh. Photo taken by Marshal Bagramyan.

Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft zusammen. Die Gründe waren das Ende des Wirtschaftssystems der UdSSR, weit schlimmer aber war der Krieg um Bergkarabach, in dessen Verlauf weite Teile des Landes zerstört wurden. Seit dem Abschluss des Waffenstillstandes 1994 wird die Wirtschaft in erster Linie von drei Faktoren belastet.

  • Die geschlossenen Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei
  • Fehlende Entwicklungshilfe (nur von Armenien und in geringem Ausmaß von den Vereinigten Staaten)
  • Auch in Folge dessen wenig Investitionen von Firmen aus dem Ausland

Bei dem Wiederaufbau des Landes spielt die armenische Diaspora eine zentrale Rolle. Beispielsweise begann 1995 der Bau einer neuen Fernstraße vom armenischen Goris nach Stepanakert, wodurch sich die Reisezeit von knapp drei Stunden auf 60 bis 80 Minuten verkürzte. 1999 wurde die Straße, die von strategischer Bedeutung (wirtschaftlich und militärisch) ist, fertiggestellt. Den größten Teil der Kosten (rund 10 Mio. US-Dollar) übernahm die halbstaatliche Allarmenische Stiftung, die weltweit um Spenden aus der Diaspora geworben hatte. 1999 begann der Bau einer weiteren Fernstraße, die von Norden nach Süden verläuft. Sie soll noch 2006 fertiggestellt werden.

Seit 2000 ist ein bescheidener, aber spürbarer Wirtschaftsaufschwung in Gang gekommen. Im Februar 2002 nahm die libanesische Firma Karabach Telekom den Betrieb auf. 2005 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach offiziellen Angaben 51,4 Mrd. Dram (rund 114 Mio. US-Dollar), fast doppelt so viel wie 2001. Der wichtigste Sektor ist nach wie vor die Landwirtschaft, die 2005 rund 40 % des BIP erwirtschaftete, womit sie im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 % wuchs. Gut 20 % steuerte die Bauindustrie bei, die allerdings im Vergleich zum Vorjahr um rund 38 % wuchs. Doch trotz dieses Baubooms ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor das größte Problem. Der Außenhandel, der über Armenien als Zwischenstation abgewickelt wird, legte 2005 um 15 % zu.[5] In der ersten Hälfte des Jahres 2007 nahm die Republik Bergkarabach nach Angaben des Statistikamtes ca. 16,67 Mio. $ an Steuereinnhamen ein.[6]

Die Republik Bergkarabach befindet sich in einer Wirtschafts- und Währungsunion mit Armenien. Der armenische Dram ist gesetzliches Zahlungsmittel. Es gibt seit 2005 auch den Karabach-Dram, der gegen den armenischen Dram in Verhältnis eins zu eins getauscht werden kann. Allerdings befinden sich in Bergkarabach selbst praktisch keine dieser Noten und Münzen im Umlauf. Es scheint sich eher um eine Einnahmequelle des Staates zu handeln, denn im Internet kann man Karabach-Dram-Noten und -Münzen erstehen (Geld – und auch Briefmarken – aus nicht anerkannten Staaten sind eine Seltenheit und sind daher unter Sammlern begehrt).

Tourismus

Verstärkt wird versucht, den Tourismus anzukurbeln. Im Jahr 2005 kamen ca. 4000 Touristen in die Republik Bergkarabach.[7]. Hervorzuheben ist das Projekt Janapar, welches sich um die Erstellung eines Netzes von Wanderwegen kümmert.

Geschichte

Über die ältere Siedlungsgeschichte der Region liegen nur wenige verlässliche Informationen vor. Nach armenischer Auffassung war Bergkarabach mindestens seit dem Mittelalter mehrheitlich armenisch besiedelt und dem christlich-armenischen Kulturkreis zugehörig. In Folge der arabischen Besetzung im 8. Jahrhundert stand Karabach unter der Kontrolle verschiedener vorwiegend islamischer Völker, z. B. Kurden, Araber, Lesgier, Perser und ins Niederkarabach zugewanderten Turk-Stämmen. Spätestens Anfang des 19. Jahrhunderts stellten die dem islamischen Kulturkreis zugehörigen Ethnien die Bevölkerungsmehrheit in der Region.

Bis ins 18. Jahrhundert konnten sich lokale armenische Fürstentümer halten, die als Vasallenherrscher der Khane von Gäncä und Karabach regierten. 1805 unterstellte sich der Khan von Karabach dem Russischen Reich. 1813 trat Persien im Vertrag von Golestan Karabach und andere Khanate an Russland ab, wobei Karabach Teil des Gouvernements Elisawetpol wurde (siehe Karte). Nach dem Russisch-Persischen Krieg von 1827/28 siedelten viele Armenier aus dem persischen Herrschaftsgebiet nach Bergkarabach über. Die meisten Armenier in Bergkarabach sind deshalb Abkömmlinge dieser Zugewanderten, denn es gab damals weniger Armenier in Bergkarabach als heute. Für das bessere Verständnis des Konflikts ist wichtig, dass die Armenier sich mit dem nach Süden drängenden Russischen Reich verbündeten, weil sie eine christliche Schutzmacht bzw. Oberherrschaft wünschten, was Russland zupass kam, während sich die Muslime von den Russen unterdrückt fühlten.

Bergkarabach ab 1917

Nach der Oktoberrevolution von 1917 erhoben sowohl Armenien als auch Aserbaidschan Anspruch auf Bergkarabach. Das „Zentralkomitee der Sowjetrussischen Kommunistischen Partei“ gliederte es im Juli 1921 als sog. Autonomes Gebiet der Aserbaidschanischen SSR an (offiziell seit 1923). Lange blieb es still um Bergkarabach, bis es in den 60er Jahren erneut zu vereinzelten Unruhen kam. Die Armenier fühlten sich diskriminiert und waren besorgt, weil ihr Anteil an der Bevölkerung in Berg-Karabach langsam, aber stetig abnahm (1926: 93,5 % 1989: 77 %).

Von 1988 bis zum Ende der Sowjetunion

1988 eskalierte der Konflikt. Es gab Schießereien mit mehreren hundert Toten und Massendemonstrationen in Armenien und Aserbaidschan. Am 28. und 29. Februar kam es in der Stadt Sumqayıt nördlich der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku zu anti-armenischen Pogromen, bei denen Dutzende Armenier ums Leben kamen. In der Folge kam es zu beidseitigen Ausweisewellen der jeweiligen Minderheit, die zu bewaffneten Auseinandersetzungen führten, die auch Truppen der sowjetischen Armee der schon sehr schwachen Zentralregierung in Moskau nicht zu beenden wussten.

Der Krieg um Bergkarabach von 1992 bis 1994

Der Konflikt, der anfangs noch mit Flinten ausgetragen wurde, weitete sich zu einem modernen Krieg aus. Zu Beginn war die Lage vollkommen chaotisch, weil die innenpolitische Situation in Armenien und Aserbaidschan extrem instabil war. Außerdem kämpften aus der sowjetischen Armee desertierte Russen, Ukrainer und andere als Söldner mit auf beiden Seiten. Im Januar und Februar unterlag die neu formierte aserbaidschanische Armee den zum Teil von regulären russischen Truppen (unter anderem dem 366. russischen motorisierten Schützenregiment) unterstützten paramilitärischen Einheiten der Karabach-Armenier in Bergkarabach (siehe auch Monte Melkonian). Am 8. Mai 1992 eroberten armenische Einheiten Şuşa.

Aserbaidschan war sowohl in Bezug auf die Anzahl der Soldaten als auch auf die technische Ausrüstung anfangs überlegen. Mit der Unterstützung durch die Streitkräfte Armeniens wurden jedoch die aserbaidschanischen Militäreinheiten hinter die heutige Demarkationslinie zurückgedrängt, wobei 15,25 % des aserbaidschanischen Territoriums besetzt wurden. Seit dem 12. Mai 1994 ruhen die Waffen. Beide Seiten nahmen im Verlauf des Krieges ethnische Säuberungen vor, die bei weitem schlimmer waren als das Pogrom von Sumgait. Es starben schätzungsweise 17.500 Armenier und 25.500 Aserbaidschaner, 700.000 bis 1.000.000 Aserbaidschaner und 300.000 Armenier wurden zu Flüchtlingen. Einer der traurigsten Höhepunkte in der Auseinandersetzung war das Massaker von Xocalı am 25. Februar 1992, bei dem angeblich in nur wenigen Stunden über 600 aserbaidschanische Zivilisten von armenischen Verbänden getötet wurden. Die armenische Seite bestreitet dies. Überhaupt bestreiten beide Seiten, im Laufe des Konfliktes ethnische Säuberungen begangen zu haben, was internationale Beobachter allerdings weder in diesem konkreten Fall noch im Allgemeinen für glaubwürdig halten.

Zur Zeit bildet die Republik Bergkarabach, die den Großteil des ehemaligen Autonomen Gebietes Bergkarabach und westlich davon liegende aserbaidschanische Bezirke umfasst, ein international nicht anerkanntes stabilisiertes De-Facto-Regime, in dem nach Vertreibungen praktisch keine Aserbaidschaner mehr leben. Ein Anschluss an Armenien wird mittelfristig erstrebt, stößt jedoch auf internationaler Seite weitgehend auf Zurückhaltung oder auf Ablehnung (vor allem der Turkstaaten). Auch die Republik Armenien erkennt die Unabhängigkeit Bergkarabachs offiziell (noch) nicht an, um die Situation nicht weiter zu verschärfen. Sie führt Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan. Sowohl der gegenwärtige Staatspräsident Armeniens als auch der Ministerpräsident stammen aus Karabach.

Besonderheiten und Gemeinsamkeiten mit anderen Konflikten

Es ist erstens ein territorialer Konflikt, weil Ansprüche auf ein Territorium erhoben werden, die eine andere Seite nicht anerkennt. Zweitens ist es ein ethnischer Konflikt. Dennoch handelt es sich nicht um einen klassischen ethno-territorialen Konflikt, weil darin ein Staat und eine Ethnie jeweils eine Einheit bildeten. Beim Konflikt um Bergkarabach bestehen gleichzeitig territoriale Ansprüche von Staaten und von einer Ethnie (die Karabach-Armenier/ -Aserbaidschaner). Dennoch bestehen auch in dieser eingeschränkten Hinsicht Parallelen zu anderen Konflikten im postsowjetischen Raum, beispielsweise die Konflikte in Abchasien, Südossetien oder Transnistrien.

Human rights


Internally displaced Azerbaijanis from Nagorno-Karabakh and the adjacent regions.

The Nagorno Karabakh conflict has resulted in the displacement of 528,000 (this figure does not include new born children of these IDPs) Azerbaijanis from Armenian occupied territories including Nagorno Karabakh, and 220,000 Azeris, 18,000 Kurds and 3,500 Russians fled from Armenia to Azerbaijan from 1988 to 1989. The Azerbaijani government has estimated that 63 percent of internally displaced persons (IDPs) lived below the poverty line as compared to 49% of the total population. About 154,000 lived in the capital, Baku. According to the International Organization for Migration, 40,000 IDPs lived in camps, 60,000 in underground dugout shelters, and 20,000 in railway cars. Forty-thousand IDPs lived in EU-funded settlements and UNHCR provided housing for another 40,000. Another 5,000 IDPs lived in abandoned or rapidly deteriorating schools. Others lived in trains, on roadsides in half-constructed buildings, or in public buildings such as tourist and health facilities. Tens of thousands lived in seven tent camps where poor water supply and sanitation caused gastro-intestinal infections, tuberculosis, and malaria.

280,000 persons—virtually all ethnic Armenians who fled Azerbaijan during the 1988–1993 war over the disputed region of Nagorno-Karabakh—were living in refugee-like circumstances in Armenia.Some left the country, principally to Russia. Their children born in Armenia acquire citizenship automatically. Their numbers are thus subject to constant decline due to departure, and de-registration required for naturalization. Of these, about 250,000 fled Azerbaijan-proper (areas outside Nagorno-Karabakh); approximately 30,000 came from Nagorno-Karabakh. All were registered with the government as refugees at year’s end.

Quellen

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Լեռնային Ղարաբաղ
Wappen der Republik Bergkarabach
Wappen

Staatsform
semipräsidentielle Republik

Staatsoberhaupt
Präsident Bako Sahakjan

Regierungschef
Premierminister Arajik Harutjunjan

Amtssprache
Armenisch

Hauptstadt
Stepanakert (aserbaidschanisch: Xankəndi)

Unabhängigkeit
am 2. September 1991 (erklärt, international nicht anerkannt)

Nationalfeiertag

Nationalhymne
Ազատ ու անկախ Արցախ
Asat u ankach Arzach
Freies und unabhängiges Arzach

Fläche
11.4458,38 km²

Einwohner
138.000 (März 2007)

BIP/pro Kopf
114 USD (2005)

Währung
Armenischer Dram = 100 Luma

Telefonvorwahl
+374 47

Zeitzone
UTC +4

 

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