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Република Молдовеняскэ Нистрянэ
Republica Moldovenească Nistreană (moldauisch/rumänisch)
Приднестровская Молдавская Республика
Pridnestrowskaja Moldawskaja Respublika (russisch)
Придністровська Молдавська Республіка
Prydnistrowska Moldawska Respublika (ukrainisch)
Transnistrische Moldauische Republik

Karte Transnistriens im Osten
Moldawiens
selbstgezeichnet von
Perconte, Lizenz:
GNU-FDL
Transnistrien (in der rumänischen Kurzform: Stînga
Nistrului, in der russischen Kurzform: Приднестрóвье/Pridnestrowje;
offiziell: Pridnestrowskaja Moldawskaja Respublika, deutsch:
Transnistrische Moldauische Republik) ist der östlich des
Dnister gelegene Teil
Moldawiens. Da er von keinem Staat oder einer internationalen
Organisation als souveräner Staat anerkannt wird, stellt
Transnistrien seit dem
Transnistrien-Konflikt 1992 ein
stabilisiertes De-facto-Regime dar.
Landesname
Zu beachten ist bei der einheimischen Namensgebung die
Bezeichnung "Republik am (pri) Dnister" (rum. Nistru, russ.
Днестр/Dnestr). Aus geographisch nachvollziehbaren Gründen
wird das Land nicht als "Transnistrien" (also "jenseits des
Dnister") bezeichnet. Ein Erlass vom 29. November 2000 besagt, dass
das Land und die Zentralbank in lateinischer Schrift nur noch wie
folgt geschrieben werden sollen: Pridnestrovskaia Moldavskaia
Respublika (PMR) und Pridnestrovskii Respublikanskii Bank
(PRB) (russische Transliteration). Die rumänischen (moldauischen)
Namen werden dabei von den Separatisten ausgeschlossen. In diesem
Zusammenhang untersagt der Erlass die weitere Verwendung der
Bezeichnungen mit „Transnistrien“ im Land.
Geographie
Die Fläche der Transnistrischen Moldauischen Republik (PMR)
umfasst 3.567 km² (11 % der Fläche
Moldawiens). Die Länge von Nordwest nach Südost beträgt 202 km.
Transnistrien liegt im Flachland (ca. 50 bis 200 m Höhe) zwischen
dem restlichen Territorium der
Republik Moldau
im Westen und der
Ukraine im Osten, entlang des östlichen Dnisterufers. Die
Hauptstadt
Tiraspol hat 189.400 Einwohner und liegt im Süden, etwa zwischen
Odessa
(100 Kilometer) und
Chişinău (dt. Kischinau, russ. Kischinjow)
(70 Kilometer). Die wichtigsten Städte Transnistriens neben Tiraspol
sind
Tighina (Bender) und
Rîbniţa. Der einzige internationale Flughafen (KIV)
befindet sich außerhalb der Region, 60 Kilometer nordwestlich von
Tiraspol entfernt, bei Chişinău.
Bevölkerung
Nach der international nicht anerkannten Volkszählung vom
November 2004 betrug die Einwohnerzahl rund 555.000 Einwohner und
setzte sich aus schätzungsweise 31,9 %
Moldauern, 30,3 %
Russen
und 28,9 %
Ukrainern zusammen. Nach dem Krieg 1992 hat sich die
Bevölkerungsstruktur zugunsten der Russen entwickelt. Bei der
sowjetischen Volkszählung 1989 lebten in diesem Gebiet noch 700.000
Menschen, davon 40,1 % Moldauer, 25,5 % Russen und 28,3 % Ukrainer.
Wegen der Vielfalt der Bevölkerungsgruppen wurde in der
Verfassung verankert, dass in Transnistrien de jure drei
Sprachen als Staatssprache gültig sind:
Russisch,
Ukrainisch und
Rumänisch (allerdings nur unter dem Namen
Moldauische Sprache und mit kyrillischer Schrift). De
facto ist Russisch die einzige Amtssprache.
Geschichte
1924 wurde auf dem Territorium Transnistriens innerhalb der
Ukrainischen Sowjetrepublik die "Moldauische
Autonome Sozialistische Sowjetrepublik" (MASSR) gegründet.
Hauptstadt der MASSR war bis 1929 die Stadt
Balta,
danach die Stadt
Tiraspol. Die sowjetische Regierung betrieb hier eine rege
Kolonisation mit Russen, wodurch der Anteil der ethnischen Rumänen (Moldauer)
insbesondere in den Städten vermindert wurde. So lebten zum Beispiel
in Tiraspol 1919 42 % Rumänen, während 1989 nur noch 18 % Moldauer
hier verzeichnet wurden.
1940 wurden 40% der MASSR, in denen die ethnischen
Rumänen in der Mehrheit waren, mit der rumänischen Provinz
Bessarabien zur
Moldauischen Sowjetrepublik vereinigt, während die mehrheitlich
ukrainisch bewohnten Teile in der Umgebung
Baltas
zur Ukraine übergingen. Von 1941 bis 1944 wurde das Gebiet von den
Achsenmächten erobert und als
Transnistria bezeichnet an
Rumänien, das sich am
Krieg gegen die Sowjetunion beteiligte, angeschlossen. Wegen der
unzureichenden rumänischen Verwaltung war das Territorium eine fast
anarchische Insel im besetzten Europa.
Nach der Unabhängigkeit Moldawiens 1991 kam es zum Konflikt
zwischen den
Ostslawen (25% Russen und 28% Ukrainer) und der moldauischen
Zentralregierung, der schließlich in einer einseitig erklärten
Unabhängigkeit Transnistriens gipfelte, unterstützt von der
russischen Regierung. Siehe:
Transnistrien-Konflikt.
Heute ist Transnistrien (offiziell als "Moldauische
Dnestr-Republik" bezeichnet)
de
facto ein autonom agierende
sezessionistische Region, die sich als "unabhängiger Staat"
betrachtet, aber international keine Anerkennung besitzt und
innerhalb der völkerrechtlich anerkannten Grenzen Moldawiens liegt.
Die Stadt
Tighina (Bender) liegt am rechten Ufer des Dnister und
ist ein Teil Bessarabiens, wird aber von den transnistrischen
Separatisten seit dem Krieg von 1992 verwaltet. Seit 1990 regiert
Igor Smirnow Transnistrien, Präsident wurde er jedoch erst im
Dezember 1992. Smirnow kam 1988 aus Russland nach Moldawien (Transnistrien)
und wurde in Tiraspol zuerst Direktor eines Großbetriebes.
Seit 30. November 2005 gibt es die
EUBAM Moldawien/Ukraine, eine Grenzkontrollmission der
Europäischen Union an der moldauisch-ukrainischen Grenze zur
Unterbindung des Waffen-, Menschen- und Drogenschmuggels von und
nach Transnistrien.
Politik
Referendum über künftigen Status
Der 6. Außerordentliche Deputiertenkongress aller Ebenen hatte
Ende März 2006 die Initiative unterbreitet, ein Referendum über die
Zukunft dieser nicht anerkannten Republik abzuhalten. Für diese
Aktion wurden rund 200.000
US-Dollar bereitgestellt.
Im Juli stimmte das Parlament der abtrünnigen Region fast
einstimmig für ein Referendum über den künftigen Status
Transnistriens. Am 17. September 2006 konnten die mehr als 392.000
Wahlberechtigten zwischen folgenden beiden Fragen auf dem
Stimmzettel wählen:
- 1. Unterstützen Sie den Kurs auf die Unabhängigkeit der
Moldauischen Republik Transnistrien und den anschließenden
freiwilligen Beitritt Transnistriens zur Russischen Föderation?
- 2. Halten Sie einen Verzicht auf die Unabhängigkeit der
Moldauischen Republik Transnistrien mit dem anschließenden
Beitritt zur Republik Moldau für möglich?
Nach Angaben der Wahlkommission stimmten 97,1 % für die
endgültige Abspaltung von Moldawien und den späteren Anschluss an
Russland. Nur 2,3 % stimmten dagegen. Gegen den
Unabhängigkeitsverzicht Transnistriens stimmten 94,6 %. Die
Wahlbeteiligung habe bei 79 % der rund 390.000 registrierten Wähler
gelegen.
Die
OSZE hat bereits am 20. Juli 2006 festgestellt, dass sie das
Referendum nicht anerkennen werde. Sie hatte daher keine Beobachter
zur Abstimmung entsandt und warf der transnistrischen Regierung vor,
die Fragen suggestiv formuliert zu haben, um das gewünschte Ergebnis
zu erzielen. Die OSZE kündigte allerdings an, sie sei bereit, ein
Referendum über den künftigen Status der Region anzuerkennen, wenn
dieses das Ergebnis erfolgreicher politischer Verhandlungen sei und
die Bedingungen für einen freien und gerechten Wahlgang gegeben
seien. Der Vertreter Russlands bei der OSZE wies Vorwürfe zurück,
wonach das Referendum unseriös und provokatorisch sei.
Er warf hingegen der moldauischen Seite vor, Fehler gemacht zu
haben.
Auch Moldawien, Rumänien und die Ukraine haben erklärt, das
Referendum nicht anzuerkennen. Sowohl die
Europäische Union als auch die
USA hatten sich bereits im Vorfeld gegen die Abstimmung
ausgesprochen und dazu aufgerufen, die blockierten
Autonomiegespräche mit Moldawien wieder aufzunehmen.

Das Regierungsgebäude in
Tiraspol
Wirtschaft
Transnistrien besitzt ein Drittel der moldauischen Industrie und
hat mit 50 Ländern Exportverträge abgeschlossen. Im Gegensatz zum
größtenteils agrarisch geprägten restlichen Moldawien (Bessarabien),
ist die transnistrische Wirtschaft von großen Industriebetrieben
abhängig, die hier in der Sowjetzeit gezielt angesiedelt wurden.
Viele der Produkte sind auf den Export ausgerichtet, z.B.
Stahlplatten, Maschinen für die Gussproduktion, Kraftstrom,
Kabelprodukte, große Elektromaschinen, Niederspannungsgeräte,
elektroisolierende Stoffe, Pumpen, Zement, Möbel, Baumwollstoffe,
Schuhe, Nähprodukte, Wein und Weinbrand. Eine wichtige Sparte ist
auch die Rüstungsindustrie in früher sowjetischen Betrieben. Den
Exporten von 579,7 Mio. USD standen 2005 allerdings Importe von
855,8 Mio. USD gegenüber: Ein beträchtliches Handelsbilanzdefizit,
das die Wirtschaft weiter belastet. Wichtigste Handelspartner sind
die
Ukraine,
Russland und die
EU. Nach Einschätzung Moldawiens wird der Schmuggel von Waffen,
Drogen, Alkohol und Treibstoffen über die Eisenbahn an der
ukrainischen Grenze getrieben. Mit dem dortigen Umschwung durch
Wiktor Juschtschenko verlangen ukrainische Zollbeamte seit
Anfang März 2006 für den Warentransit aus Transnistrien
Zollpapiere der moldauischen Behörden. Für die transnistrische
Wirtschaft, die sich aus politischen Gründen gegen die Registrierung
in Moldawien sträubt, entsteht dadurch ein empfindlicher Schaden
(pro Tag 2,8 Millionen Dollar), was den Konflikt mit den
Nachbarstaaten weiter anheizt. Es wird behauptet, dass das russische
Importverbot für moldauischen Wein, dessen Produktion bislang zu 70%
nach Russland ging, im ursächlichen Zusammenhang mit den neuen
Zollerfordernissen steht. Die offizielle Begründung lautet, der Wein
verursache Gesundheitsschäden. Ein ähnliches Einfuhrverbot verhängte
Moskau auch gegenüber
Georgien,
das in der abtrünnigen Republiken
Abchasien und
Südossetien in ähnlichen Konflikten mit Russland verwickelt ist.
Am 30. Mai 2006 kündigte die transnistrische Wirtschaftsministerin
Elena Tschernenko an, die moldauischen Zollbedingungen zu
akzeptieren.
Das Bruttoinlandsprodukt lag 2005 bei 517,5 Millionen Dollar und
die Außenverschuldung bei 1,2 Milliarden Dollar (zwei Drittel davon
an Russland).
Währung und Einreise
Ab 1994 wurde in Transnistrien eine eigene Währung eingeführt,
der
Transnistrische Rubel. 2000 wurde der Rubel denominiert
(1.000.000 zu 1) und neue Banknoten und Münzen wurden in Umlauf
eingesetzt. Die Währung wird außerhalb von Transnistrien nicht
anerkannt und hat nur eingeschränkte Konvertibilität.
Bei der Einreise nach Transnistrien ist für Ausländer und
moldauische Staatsbürger eine Registrierung direkt an der Grenze
notwendig. Für einen Aufenthalt von mehr als zehn Stunden ist eine
von OVIR bestätigte Einladung eines transnistrischen Bürgers oder
Firma erforderlich. Eine weitere Registrierung bei OVIR ist nicht
mehr notwendig.
Medien
In Tiraspol gibt es einen staatlichen und einen privaten
Fernsehsender, das einzige Kabelfernsehen im Land von der Firma
Sheriff sendet neben den zwei beheimateten noch fast alle gängigen
russischsprachigen Sender. Es gibt mehrere Zeitungen (u. a. "Pridnestrovje";
"Glas naroda") und die staatliche Presseagentur "Olvia-Press". Im
Land senden mehrere Radiostationen, darunter auch der
Kurzwellensender
Radio PMR, über den ein Auslandsdienst in verschiedenen Sprachen
verbreitet wird. Zensur ist durch Artikel 28 der Verfassung
Transnistriens verboten. Es existiert keine Presse in moldauischer
Sprache mit lateinischer Schrift. Jedoch gibt es eine Web-Zeitung
der Regierung auf Englisch:
http://www.tiraspoltimes.com/
Quellen:
Dieser Artikel
basiert auf dem Artikel
Transnistrien
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